Gestatten Sie, dass ich mich kurz vorstelle. Mein Name ist Paul Franzl und seit über einem Jahr habe ich die Nachfolge von Jole als Schulhund an der Steigschule angetreten.

Ich komme aus Sardinien und bin dort wahrscheinlich am Strand geboren.

Über meine Mama weiß ich nicht sehr viel, da ich als Straßenhund auf Sardinien gelebt habe. An Ostern 2008 hat mein Frauchen mit ihrer Tochter Sina und ihrem Mann Hans Urlaub auf Sardinien gemacht. Da war ich noch ganz klein, vielleicht knapp ein Jahr alt.

Am letzten Urlaubstag haben mich ganz viele Jungen den Strand entlang gejagt und ich hatte eine Mordsangst. Zum großen Glück saßen Sina und Frau Hammer in einer kleinen Taverne und ich flüchtete mich in diese Taverne und sprang kurzerhand auf den Schoß von Sina.

Ja und damit war mein Schicksal besiegelt. Meine liebe neue Familie hat es geschafft mich von Sardinien herauszuholen und mit dem Flugzeug nach Stuttgart zu bringen.

Wie – das ist eine ganz besondere Geschichte und die soll Frau Hammer ihnen selber erzählen, wenn es Sie interessiert...

Auf jeden Fall hatte ich ein Riesenglück mit meiner Familie und bin sehr froh jetzt in Stuttgart zu leben.

Jole hat uns leider im Februar 2013 verlassen und ist über die Regenbogenbrücke gegangen. Jole und ich waren beste Freunde und wir beide haben uns im Haus von unserem Frauchen, Frau Hammer, sehr wohl gefühlt und wunderbare Zeiten erlebt.

Wir alle vermissen unsere Joli sehr - ich ganz besonders. Wenn man immer zu zweit ist, und dann plötzlich so alleine dasteht, da braucht man eine neue Aufgabe.

Mein Frauchen, Frau Hammer, hat deshalb beschlossen, dass ich Joles Nachfolge als Schul-hund an der Steigschule antreten soll. Sie hat deutliche Worte gesprochen und mir erklärt was das bedeutet:

Gut folgen, im Unterricht brav sein und vor allem, keinen Mist bauen. Also dasselbe, was für die Schülerinnen und Schüler der Steigschule gilt. Meine Arbeit an der Steigschule macht mir einen Heidenspaß und ich gebe mein Bestes. Herr Kuhnle und mein Frauchen sind, so glaube ich, auch sehr zufrieden mit mir, denn sie haben nämlich meinen Lehrauftrag erhöht.

Es gibt auch wirklich viel zu tun, an so einer Schule. Morgens begrüße ich als erstes die Lehrerinnen und Lehrer im Lehrerzimmer und wünsche jedem einen schönen Tag.

Das mache ich auf meine Art, indem ich Ihnen ein freundliches Schwanzwedeln schenke. Dann unterstützte ich Frau Meister, unsere nette Schulsekretärin. Dazu setze ich mich vor sie hin und stupse sie ein wenig mit der Pfote an. Danach begleite ich mein Frauchen in die Klassen oder durch das Schulhaus. Ja, und dann geht der Tag eigentlich ganz schnell vorbei.